Die Bedeutung der Märkte - früher und heute

Die Bedeutung der Märkte - früher und heute

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Sonntag, 02 Oktober 2016 15:02

Vor allem für kleine Produzenten sind Märkte ein wichtiger Vertriebsweg. Leider sind viele Märkte heute nur noch ein Schatten ihrer selbst. Waren es früher pulsierende Handelszentren sind sie heute leider oft nur noch schmückendes Beiwerk eines Festes oder einer Veranstaltung.

Im Sinne einer vielfältigen und abwechslungsreichen Ernährung und der Förderung der regionalen Wirtschaft, sollte hier dringend etwas geändert und dem Marktwesen wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das ist genau der Ansatz für den Genussmarkt. Wir wollen kleinen Händlern und Produzenten eine Plattform für den Verkauf seiner Waren anbieten, den Kontakt zwischen Kunden und Produzenten herstellen und nicht zu letzt dem Kunden eine grosse Auswahl an Waren präsentieren.

Abgeleitet von dem lateinischen Wort mercatus = Handel versteht man unter einem Markt einen Ort oder Platz an dem regelmässig Waren gehandelt werden. In der Regel war dies ein zentraler Platz - der Marktplatz. Auf Schweizer Boden entstanden die ersten Märkte im Frühmittelalter an verkehrsgünstig gelegenen Orten.

Zur damaligen Zeit kam den Märkten eine grosse Bedeutung zu. Erhielt ein Dorf das Marktrecht, also das Recht einen Markt abhalten zu dürfen, war dies ein grosses Privileg. Nicht selten entstanden genau aus diesen Dörfern unsere heutigen Städte. Sie waren auf die Märkte angewiesen, war dies doch die einzige Möglichkeit, die sich entwickelnde Stadtbevölkerung mit Lebensmitteln und anderen Waren zu versorgen. Der Markt war für Bauern und Handwerker eine Plattform, ihre Waren zu verkaufen und so den Lebensunterhalt für ihre Familien zu sichern. Damals hatten die Märkte einen sehr grossen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Die grosse wirtschaftliche Bedeutung der Märkte blieb bis ins 19. Jahrhundert erhalten. Mit der Entstehung der Gross- und Detailhändler nahm die Bedeutung der Märkte allmählich ab. Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs wurden nun in Geschäften angeboten. Nachdem die ersten Supermärkte aufkamen, verschlechterte sich die Situation für die traditionellen Märkte weiter. Die Supermärkte boten eine riesige Auswahl an Waren und veränderten das Einkaufsverhalten grundlegend. Jahrhundertelang boten Märkte nicht nur Einkaufs- und Handelsmöglichkeiten, sie dienten auch als Austausch- und Informationsquelle über alle möglichen Neuigkeiten. Mit dem Aufkommen der Supermärkte fiel die Bindung an den Produzenten weg.

Lange Zeit galt diese Art des Einkaufens als fortschrittlich. Allmählich wird von seiten der Kunden wieder mehr gewünscht, als nur einzukaufen. Sie wollen wissen, woher die Produkte stammen, fühlen sich ihrer Region verbunden und achten beim Einkauf vermehrt auf regionale Waren und gute, frische Qualität.

Glücklicherweise hat sich in vielen Städten und Gemeinden bis heute eine Markttradition erhalten. Es gibt eine grosse Anzahl an Jahr-, Wochen- und Bauernmärkten, auf denen Waren aus eigenem Anbau und Produktion angeboten werden. Hier besteht noch (oder wieder) der Kontakt direkt zum Produzenten.

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Gelesen 1043 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 09 März 2017 08:58

Andreas

Mein Name ist Andreas. Ich werde hier über unsere Erfahrungen, Vorbereitung der Märkte, den Verein "Genuss Markt" und geplante Events berichten.


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